Von der Redaktion SexdatingApps.at ·
Wer hinter Fake-Profilen steckt
Fake-Profile haben unterschiedliche Ziele. Manche wollen Geld, oft nach Wochen des Vertrauensaufbaus. Andere locken auf fremde Seiten, sammeln Daten oder wollen intime Aufnahmen, um damit zu erpressen. Allen gemeinsam ist, dass die gezeigte Person nicht die ist, mit der Sie tatsächlich schreiben.
Nicht jedes unechte Profil ist kriminell. Manche Menschen nutzen fremde Fotos aus Unsicherheit, andere wollen nur ausprobieren, wie ein Profil ankommt. Für Sie ist das Ergebnis aber ähnlich: Sie investieren Zeit und Vertrauen in jemanden, den es so nicht gibt. Deshalb lohnt sich der Blick auf die Warnzeichen auch dann, wenn niemand nach Geld fragt.
Die Watchlist Internet, die vor Online-Betrug in Österreich warnt, beschreibt in ihren Tipps So schützen Sie sich vor Love-Scams, dass Betrüger alle Plattformen nutzen, die eine einfache Kontaktaufnahme erlauben: soziale Netzwerke, Messenger, E-Mail und gängige Dating-Apps. Sexdating-Seiten sind davon nicht ausgenommen. Wer offen sagt, dass er unverbindliche Treffen sucht, ist für manche Maschen ein naheliegendes Ziel.
Warnzeichen im Profil
Viele Fake-Profile verraten sich schon, bevor die erste Nachricht kommt. Achten Sie auf diese Punkte:

- Die Fotos wirken wie aus einem Katalog oder einem Model-Portfolio, und es gibt nur sehr wenige davon.
- Der Profiltext fehlt oder ist so allgemein, dass er auf jeden passen würde.
- Die Person lebt angeblich im Ausland oder ist ständig auf Reisen, obwohl sie in Ihrer Nähe angezeigt wird.
- Das Profil ist ganz neu und meldet sich sofort mit großem Interesse bei Ihnen.
- Angaben im Profil passen nicht zu dem, was die Person später schreibt.
Die Watchlist Internet nennt typische Rollen: Männliche Liebesbetrüger geben sich meist als erfolgreiche Ärzte, Soldaten oder Piloten aus, Betrügerinnen arbeiten oft mit aufreizenden Fotos oder sexueller Freizügigkeit. Fast immer ist die Person gerade im Ausland und wirkt perfekt. Auf Sexdating-Plattformen liegt die zweite Variante nahe, weil sie genau zu dem passt, was viele dort suchen.
Warnzeichen im Chat
Im Gespräch zeigen sich weitere Muster. Die Person antwortet sehr schnell, schreibt auffällig gleichförmige Nachrichten oder wünscht täglich guten Morgen und gute Nacht, ohne je auf Ihre Fragen einzugehen. Laut Watchlist Internet sprechen Liebesbetrüger oft schon vor dem ersten Treffen von Liebe. Beim Sexdating zeigt sich das eher umgekehrt: sehr schnell sehr eindeutige Angebote, verbunden mit dem Wunsch, sofort auf WhatsApp, Telegram oder in einen Videochat zu wechseln.
Ein deutliches Signal ist, wenn Treffen nie zustande kommen. Immer kommt etwas dazwischen: ein Todesfall, ein Familienmitglied in Not, ein verlorener Job. Spätestens wenn dann Geld, Gutscheincodes oder Waren ins Spiel kommen, ist die Sache klar. Seriöse Kontakte bitten Sie nicht um Geld, auch nicht als Leihgabe, und geben Ihnen keine «Insider-Tipps» für eine neue Investment-Plattform.
Vorsicht auch bei Links. Wer Sie auf eine fremde Seite schickt, um dort angeblich private Bilder zu sehen oder sich «zur Sicherheit» zu verifizieren, will meist Ihre Zugangsdaten oder Ihre Kreditkarte.
Auch Druck ist ein Warnzeichen. Wer Sie drängt, sofort zu antworten, jetzt gleich die Kamera einzuschalten oder heute noch etwas zu überweisen, will verhindern, dass Sie nachdenken oder jemanden fragen. Echte Kontakte haben Zeit. Gönnen Sie sich bei jedem ungewöhnlichen Wunsch eine Nacht Bedenkzeit.
So prüfen Sie einen Kontakt
Einige einfache Schritte bringen schnell Klarheit. Die umgekehrte Bildersuche zeigt, ob die Fotos des Profils auch anderswo unter anderem Namen auftauchen; Kriminelle verwenden oft Bilder aus öffentlichen Profilen in sozialen Netzwerken. Suchen Sie den Namen und eine allfällige E-Mail-Adresse zusammen mit Begriffen wie «Scam» oder «Fake». Schauen Sie auch, wie lange es das Profil schon gibt.
Stellen Sie konkrete Fragen, die eine echte Person aus Ihrer Gegend leicht beantworten kann: wo sie gern einen Kaffee trinkt, welche Strecke sie zur Arbeit fährt, was sie am Wochenende vorhat. Ausweichende, allgemeine oder auffällig gleich klingende Antworten sind ein Hinweis. Ein echter Mensch erzählt Kleinigkeiten, ein Skript bleibt vage.
Ein kurzer Videoanruf, bei dem Sie angezogen bleiben und über den Treffpunkt reden, ist ein guter Prüfstein. Die Watchlist Internet rät, nicht voreilig einem Videochat zuzustimmen und die Kamera zunächst abzukleben, bis Sie die Situation einschätzen können. Wer sich weigert, aber gleichzeitig drängt, hat meist einen Grund dafür.
Nutzen Sie die Werkzeuge der Plattform. Tinder nennt im App Store eine Fotoverifizierung sowie Melden und Blockieren. C-Date gibt an, alle Nutzer und Bilder zu prüfen und gegen Scammer und Fake-Profile vorzugehen; das ist eine Angabe des Anbieters und nicht überprüft. Keine Prüfung erwischt jedes Fake-Profil, Ihre eigene Aufmerksamkeit bleibt nötig.
Erpressung mit intimen Aufnahmen
Eine Masche betrifft Sexdating besonders: Sextortion. Saferinternet.at beschreibt in seinem Beitrag gegen Sextortion und Rachepornos, wie sie abläuft. Attraktive Personen sprechen Opfer über soziale Netzwerke oder Dating-Plattformen an und täuschen Interesse vor. Nach einer Kennenlernphase soll das Opfer in einen Videochat wechseln und sich dort freizügig zeigen. Die Aufnahmen werden heimlich gespeichert, dann folgt die Drohung, sie an Freunde zu schicken oder zu veröffentlichen. Laut Saferinternet.at sind die Opfer meist männlich, und die attraktiven Personen existieren in der Regel gar nicht.
Wenn Ihnen das passiert: Zahlen Sie nicht, denn eine Zahlung führt meist nur zu weiteren Forderungen. Brechen Sie den Kontakt ab, sichern Sie Chatverläufe mit Datum als Screenshots und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Saferinternet.at nennt außerdem den Dienst StopNCII.org, über den Erwachsene eigene intime Aufnahmen verschlüsselt melden können, damit Plattformen wie Instagram oder TikTok sie nicht veröffentlichen.
Wenn Sie bereits betroffen sind
Haben Sie Geld überwiesen oder werden Sie erpresst, wenden Sie sich an die Polizei. Sichern Sie vorher alles: Chatprotokolle, Screenshots des Profils, mitgeschickte Fotos und Überweisungsbelege. Melden Sie das Profil dem Betreiber der App, damit es gesperrt wird und andere geschützt sind. Auch die Watchlist Internet nimmt Meldungen zu Love-Scammern entgegen.
Bleiben Sie auch danach wachsam. Wer einmal gezahlt hat, wird manchmal erneut kontaktiert, etwa von angeblichen Helfern, die verlorenes Geld gegen eine Gebühr zurückholen wollen. Die Watchlist Internet warnt vor solchen Diensten. Zahlen Sie auch hier nicht und schildern Sie der Polizei diese Kontaktaufnahme ebenfalls.
Schämen Sie sich nicht. Diese Betrüger gehen planvoll vor und nehmen sich oft viel Zeit, um Vertrauen aufzubauen. Wenn Sie der Vorfall belastet, sprechen Sie mit Freunden oder einer Beratungsstelle. Und für die Zukunft gilt: Ein gut geschütztes eigenes Profil, wie im Ratgeber Profil für Sexdating beschrieben, macht Sie für Betrüger weniger interessant.
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Häufige Fragen
Woran erkenne ich ein Fake-Profil beim Sexdating?
Typisch sind wenige, sehr perfekte Fotos, ein leerer oder beliebiger Profiltext und ein Wohnort im Ausland. Im Chat folgen oft schnelle, eindeutige Angebote, Ausreden statt Treffen und am Ende eine Bitte um Geld.
Hilft die umgekehrte Bildersuche?
Oft ja. Tauchen die Fotos unter einem anderen Namen auf, ist das Profil sehr wahrscheinlich gefälscht.
Was ist Sextortion?
Eine Erpressung mit intimen Aufnahmen, die zuvor in einem Videochat oder per Messenger entstanden sind. Die Täter drohen, die Aufnahmen an Freunde zu schicken oder zu veröffentlichen.
Soll ich zahlen, wenn ich erpresst werde?
Nein. Laut Saferinternet.at führt eine Zahlung meist nur zu weiteren Forderungen. Brechen Sie den Kontakt ab, sichern Sie Beweise und erstatten Sie Anzeige.
Wo melde ich ein Fake-Profil?
Zuerst beim Betreiber der App über die Meldefunktion. Bei Betrug oder Erpressung zusätzlich bei der Polizei.
Prüfen Dating-Seiten ihre Profile?
Einige Dienste geben an, Nutzer und Bilder zu prüfen, etwa C-Date, oder bieten eine Fotoverifizierung wie Tinder. Keine Prüfung erkennt jedes Fake-Profil.
