Von der Redaktion SexdatingApps.at ·
Was Diskretion beim Sexdating bedeutet
Diskret daten heißt nicht, etwas Verbotenes zu tun. Es heißt, selbst zu entscheiden, wer davon weiß. Das betrifft das Profil, das andere Mitglieder sehen, die Spuren auf Ihrem Handy und Computer, die Zeilen auf dem Kontoauszug und die Daten, die ein Anbieter über Sie speichert. An jeder dieser Stellen können Sie etwas tun.
Diskretion betrifft auch die andere Seite. Wer jemanden über eine Dating-App kennengelernt hat, erzählt nicht ungefragt davon, zeigt keine Screenshots aus dem Chat herum und spricht die Person nicht in der Öffentlichkeit darauf an. Diese Rücksicht erwarten Sie selbst, und sie gehört zu einem respektvollen Umgang auf jeder Casual-Dating-Seite.
Einen vollständigen Schutz gibt es dabei nicht. Saferinternet.at hält in seinem Überblick zum Datenschutz im Internet fest, dass jeder Einstieg ins Web Spuren hinterlässt und dass wir für einen großen Teil der Daten über uns selbst verantwortlich sind. Das ist zugleich die gute Nachricht: Mit ein paar Gewohnheiten senken Sie das Risiko deutlich.
Das Handy: Apps, Mitteilungen, Zugang
Das Smartphone verrät am schnellsten etwas. Schalten Sie die Vorschau von Mitteilungen für Dating-Apps aus, damit auf dem Sperrbildschirm keine Nachricht und kein Name erscheint. Legen Sie die App in einen Ordner, statt sie auf den Startbildschirm zu stellen, und sichern Sie das Gerät mit einem Code, den niemand sonst kennt.

Verwenden Sie für Ihr Datingkonto eine eigene E-Mail-Adresse, die nicht Ihren Namen trägt, und ein eigenes, starkes Passwort. Saferinternet.at empfiehlt unterschiedliche Passwörter für verschiedene Konten und die Zwei-Faktor-Authentifizierung. Wer die Website im Browser statt einer App nutzt, öffnet sie am besten in einem privaten Fenster und meldet sich danach ab. Auf fremden oder gemeinsam genutzten Computern loggen Sie sich besser gar nicht ein.
Denken Sie auch an Fotos. Bilder, die Sie für Ihr Profil aufnehmen oder im Chat bekommen, landen oft automatisch in der Galerie und in einer Cloud-Sicherung, die vielleicht mit anderen Geräten verbunden ist. Prüfen Sie, welche Ordner synchronisiert werden, und löschen Sie, was Sie nicht mehr brauchen.
Einige Dienste bringen eigene Funktionen für Diskretion mit. Bei JOYclub nennt die App einen Unsichtbar-Modus und einen Chat per Pseudonym, und Nachrichten der Live-Funktion verschwinden laut App-Beschreibung nach 48 Stunden. Feeld beschreibt private Fotos, die nur Verbindungen sehen. Laut C-Date sind keine Klarnamen nötig.
Bezahlen und Abos ohne Überraschungen
Wer ein Premium-Abo abschließt, sollte wissen, wie es auf der Abrechnung erscheint und wie es endet. Prüfen Sie vor dem Abschluss, unter welchem Namen die Zahlung auf Ihrem Kontoauszug steht; das hängt vom Anbieter und vom Zahlungsweg ab. Teilen Sie sich ein Konto, eine Kreditkarte oder eine Familienfreigabe im App Store, sehen andere unter Umständen Ihre Käufe.
Achten Sie auf Laufzeiten. Laut den AGB von C-Date gibt es eine feste Erstlaufzeit und eine gleich lange Folgelaufzeit; ein Website-Abo ist spätestens 14 Tage vor Ablauf zu kündigen, ein In-App-Abo nur über den App Store. Laut App Store verlängert sich das Monatsabo von C-Date automatisch. Notieren Sie sich das Kündigungsdatum im Kalender, mit einem neutralen Eintrag, falls andere Ihren Kalender sehen.
Schauen Sie sich eine Plattform zuerst ohne Abo an. Bei C-Date ist die Registrierung laut Anbieter kostenlos, und auch andere Dienste lassen sich vor einer Zahlung kennenlernen. So sehen Sie, ob ein Angebot zu Ihnen passt, bevor eine Abbuchung Spuren hinterlässt.
Diskret im Chat und beim Treffen
Was Sie im Chat schreiben, kann gespeichert, weitergeleitet oder abfotografiert werden. Geben Sie Nachnamen, Arbeitgeber, Adresse und Telefonnummer erst preis, wenn Sie die Person kennen und ihr vertrauen. Bleiben Sie bis zum ersten Treffen im Chat der Plattform; eine private Nummer verknüpft Sie in Messengern schnell mit Profilbild und Namen.
Geben Sie Ihre Nummer doch einmal weiter, prüfen Sie im Messenger, wer Ihr Profilbild, Ihren Status und den Zeitpunkt Ihrer letzten Aktivität sehen kann. Viele Messenger erlauben es, das auf gespeicherte Kontakte zu beschränken.
Intime Fotos sind die größte Schwachstelle der Diskretion. Ein Bild ohne Gesicht und ohne erkennbare Umgebung ist weniger riskant, aber nie ohne Risiko. Wie Erpresser vorgehen und wie Sie reagieren, steht im Ratgeber Fake-Profile erkennen. Für das Treffen selbst gilt: ein Ort, an dem Sie nicht zufällig Ihre Kollegen treffen, aber trotzdem ein belebter, öffentlicher Ort. Diskretion und Sicherheit schließen sich nicht aus; der Ratgeber Sicheres Sexdate zeigt, wie beides zusammengeht.
Für das erste Date hilft ein wenig Planung. Wählen Sie eine Gegend, in der Sie nicht täglich unterwegs sind, und eine Uhrzeit, zu der Sie nicht erklären müssen, wo Sie waren. In einer kleinen Stadt kann das bedeuten, in den nächsten größeren Ort zu fahren. Diskret heißt aber nie abgelegen: In einem belebten Café achtet niemand auf zwei Menschen, die sich unterhalten.
Ihre Rechte: Auskunft und Löschung
Ein Dating-Anbieter speichert viel über Sie: Profil, Fotos, Nachrichten, Zahlungen, Anmeldungen. Nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) haben Sie das Recht zu erfahren, welche Daten ein Anbieter über Sie verarbeitet, und Sie können deren Löschung verlangen. Die österreichische Datenschutzbehörde stellt dafür Musterformulare bereit, etwa einen Antrag auf Auskunft nach Art. 15 DSGVO und einen Antrag auf Löschung nach Art. 17 DSGVO. Diese Formulare schicken Sie direkt an den Anbieter, nicht an die Behörde.
Wenn Sie einen Dienst verlassen, reicht es nicht, die App vom Handy zu löschen. Kündigen Sie zuerst ein laufendes Abo, löschen Sie dann das Konto in den Einstellungen und verlangen Sie bei Bedarf schriftlich die Löschung Ihrer Daten. Bewahren Sie die Bestätigung auf. Ein Löschantrag lohnt sich vor allem, wenn Sie Fotos oder sehr persönliche Angaben hochgeladen haben. Halten Sie ihn knapp: unter welcher E-Mail-Adresse das Konto lief und dass Sie die Löschung Ihrer Daten nach Art. 17 DSGVO verlangen. Reagiert ein Anbieter nicht, können Sie sich mit einer Beschwerde an die Datenschutzbehörde wenden.
Kurz zusammengefasst
Diskretes Dating ist vor allem Routine: ein Profil ohne identifizierende Details, eine eigene E-Mail-Adresse, ausgeschaltete Vorschau, ein starkes Passwort, ein Blick auf Abo und Kontoauszug und ein sauberer Abschied, wenn Sie gehen. Und geben Sie der anderen Person dieselbe Rücksicht, die Sie selbst erwarten. Wie Sie das Profil selbst gestalten, beschreibt der Ratgeber Profil für Sexdating.
Weiterlesen
- JOYclub Erfahrungen
- Feeld Erfahrungen
- C-Date Erfahrungen
- Profil für Sexdating: so wirkt es und schützt Sie
- Fake-Profile erkennen und Betrug vermeiden
- Sicheres Sexdate: entspannt und geschützt treffen
Häufige Fragen
Wie bleibt mein Sexdating auf dem Handy diskret?
Schalten Sie die Mitteilungsvorschau der App aus und sichern Sie das Gerät mit einem eigenen Code. Nutzen Sie außerdem eine eigene E-Mail-Adresse für das Konto.
Sieht man die Dating-Seite auf dem Kontoauszug?
Das hängt vom Anbieter und vom Zahlungsweg ab. Prüfen Sie es vor dem Abschluss eines Abos und achten Sie auf geteilte Konten oder Familienfreigaben.
Wie kündige ich ein Abo bei C-Date?
Laut AGB ein Website-Abo spätestens 14 Tage vor Ablauf, per E-Mail an den Kundendienst oder telefonisch. Ein In-App-Abo kündigen Sie nur über den App Store.
Löscht das Entfernen der App mein Konto?
Nein. Kündigen Sie das Abo, löschen Sie das Konto in den Einstellungen und verlangen Sie bei Bedarf schriftlich die Löschung Ihrer Daten.
Kann ich erfahren, welche Daten ein Anbieter über mich speichert?
Ja, nach Art. 15 DSGVO haben Sie ein Recht auf Auskunft. Die Datenschutzbehörde bietet dafür ein Musterformular an.
Was tun, wenn ein Anbieter meine Daten nicht löscht?
Sie können sich mit einer Beschwerde an die österreichische Datenschutzbehörde wenden.
